
Mittlerweile ist es nicht mehr ganz leicht, der Timeline, die sich durch das TERMINATOR-Franchise zieht, zu folgen. Die ersten beiden Teile - geschaffen von TITANIC-Regisseur James Cameron - besitzen mittlerweile den Status junger Filmklassiker. Während die erste Episode den Actionfilm der 80er Jahre revolutionierte, gilt T2 als Musterbeispiel perfekt ausbalancierter Drehbücher und Musterbeispiel dafür, was photorealistische, digitale Effekte leisten konnten. JURASSIC PARK und alle FX-Filme, die folgen sollten, wären ohne ILMs Vorarbeit in TERMINATOR 2 - JUDGEMENT DAY nicht möglich gewesen. Danach wurde es chaotisch. Für Cameron war die Geschichte um die Zerstörung und Errettung der Erde durch Maschinenhand mit Teil 2 (richtigerweise) fertig erzählt. Das hinderte jedoch die Filmbosse nicht daran, Regisseur Jonathan Mostow die Führung von TERMINATOR 3 - RISE OF THE MACHINES zu übergeben. Der Film fiel bei Fans durch, so dass die folgende Fernsehserie TERMINATOR - THE SARAH CONNOR CHRONICLES den dritten Teil völlig ignorierte.
Vor kurzem kam nun ein neuer TERMINATOR-Film in die Lichtspielhäuser. Regisseur McG gab sich alle Mühe, zumindest die drei Filme als mehr oder weniger offizielle Vorgänger anzusehen, musste daher aber den (mittlerweile eingestellten) TV-Ableger links liegen lassen. Gleichzeitig wollte er aber einen Neuanfang wagen, der sich allein vom Zeitpunkt der Handlung (nämlich NACH dem Atomkrieg, welcher die Erde fast entvölkerte und die Skynet-Roboter an die Macht brachte) vom Rest der Filme abgrenzte. Daher wohl auch die bewusste Entscheidung, auf eine 4 im Titel zu verzichten. TERMINATOR - DIE ERLÖSUNG (Terminator - Salvation, 2009) wurde recht zügig abgedreht und machte im Vorfeld insofern von sich reden, dass das Fandom McG, der immerhin Regie bei DREI ENGEL FÜR CHARLIE geführt hatte, einen vernünftigen Umgang mit dem Franchise nicht zutraute, und zum anderen weil Hauptdarsteller Christian Bale erst zum Projekt stieß, nachdem seinem Charakter (er übernahm diesmal die Rolle des John Connor) mehr Raum im Script zugeteilt worden war - nur, um dann unrühmliche Aufmerksamkeit durch einen im Internet geposteten Set-Mitschnitt, in dem er einen Kameramann vor versammelter Mannschaft zur Schnecke macht, zu erhalten.
Mittlerweile gibt es TERMINATOR - DIE ERLÖSUNG in Deutschland sogar auf DVD zu erwerben. Rückblickend ist zu sagen, dass der Film die Welt nicht verändert hat. Er hat akzeptable Kritiken bekommen, akzeptables Geld eingespielt und bietet akzeptable Unterhaltung (dazu später mehr). Ein Re-Boot des Franchise, wie es sich McG und das Studio erhofft hatten, war es nicht. Die Rechte am TERMINATOR stehen wieder zum Verkauf und werden wohl bald bei einer neuen Produktionsschmiede landen (Lionsgate ist scheinbar schwer interessiert). Vielleicht hätte man den Film um ein halbes Jahr verschieben und ihn nach AVATAR starten sollen. Denn Sam Worthington - neben Bale der Star des Films - hat durch James Camerons mega-erfolgreiche Science-Fiction-Mär durchaus an Zugkraft gewonnen.
Das Computer gesteuerte Verteidigungssystem Skynet hat ein Bewußtsein entwickelt und die Menschheit im Feuer eines thermo-nuklearen Krieges beinahe ausgelöscht. In den Ruinen der vergangenen Welt kämpft der menschliche Widerstand gegen die roboterhaften Terminatoren, den Vollstreckern und Fußsoldaten Skynets. Die Rebellen kenne die Prophezeiung um ihren Anführer John Connor (Christian Bale), und dass dieser den Sieg gegen die Maschinen herbeiführen wird. Doch irgendwie will man nicht glauben, dass der sturköpfige und verschlossene Connor dazu in der Lage sein könnte. Zur gleichen Zeit findet sich der in der alten Zeit wegen Mordes zu Tode verurteilte Marcus Wright (Sam Worthington) in der Ödnis, die einmal die USA waren, wieder. Er trifft auf den jungen Kyle Reese (Anton Yelchin), verliert den neuen Freund jedoch, als sie in eine Sammelaktion der Terminatoren geraten. Marcus und Connor finden sich schließlich und beschließen, Reese - von dem Connor weiß, dass er eines Tages sein eigener Vater sein wird - aus den Klauen der Maschinen zu befreien.
Wie bereits oben erwähnt: TERMINATOR - DIE ERLÖSUNG ist akzeptabel. Er hätte besser sein können, wenn das schrecklich kitschige Ende nicht gewesen wäre. So aber hat der Zuschauer es mit einem krachigen SF-Actioner zu tun, der nicht wehtut, kein Neuland betritt, aber eben gute Unterhaltung bietet. Vor allem die tollen Trickeffekte haben es mir dabei angetan. Die verschiedenen Terminator-Varianten (vor allem den "Harvester" mit seienn urigen Sounds) sind phantasievoll und technisch einwandfrei umgesetzt. Arnold Schwarzeneggers Pseudo-Cameo-Auftritt sorgt zusätzlich für eine gelungene Überraschung. Das Script ist dahin gehend eher flach, und schauspielerisch wird kein Meilenstein auf die Beine gestellt. Aber das hat man eigentlich auch nicht erwartet.
Wenn das Drehbuch also ein Quäntchen besser gewesen wäre, hätte TERMINATOR - DIE ERLÖSUNG durchaus das Zeug zu einem erstklassigen Film. So, wie es am Ende aussah, ist es aber eben "nur" ein guter Actionreißer, der vor allem die männliche Klientel zufrieden stellen dürfte. Es rummst und kracht an allen Ecken, schöne Frauen schwingen ihre... Waffen, und die Story um den TERMINATOR wird zumindest halbwegs logisch weitergesponnen. Da ich nie ein großer Fan des Franchise war, ging ich mit niedrigen Erwartungen ins Kino, und fühlte mich am Ende positiv überrascht. Wenn man seine Vorfreude also im Zaum hält, könnte man mit dem Film wirklich Spaß haben.














